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Aktuelles aus Schloss Varenholz

Zwei Fachtage zum Thema "Autismus-Spektrum-Störung (ASS)" auf Schloss Varenholz

Autismus – ein allgemein bekannter und immer häufiger verwendeter Begriff. Auch in der Jugendhilfeeinrichtung mit Internat Schloss Varenholz begegnet uns dieses Thema immer häufiger. Man kann den Eindruck gewinnen, Autismus sei die neue Modekrankheit. Doch ist dem tatsächlich so? Nach einer ersten Einführungsveranstaltung im September 2016 hatten alle pädagogischen MitarbeiterInnen von Schloss Varenholz nun an zwei Fachtagen im Februar 2017 die Gelegenheit, sich ausführlich über das Thema "Autismus-Spektrum-Störung (ASS)" zu informieren. Als Fachreferentinnen fungierten Andrea Feyfar und Yaiza Kuhlmann von der DRK Autismusambulanz Minden. 

Es wurde deutlich, dass Autismus nicht gleich Autismus ist und der subjektiv wahrgenommene Anstieg von Erkrankungen in diesem Bereich täuscht. Erstmals verwendet wurde der Begriff „Autismus“ 1943 vom Kinderpsychiater Leo Kanner, der viel zur Erforschung und den Umgang mit der Entwicklungsstörung beigetragen hat. Seit diesen Anfängen ist viel passiert. Heute unterscheidet man grob drei Hauptkategorien: den frühkindlichen Autismus, den Asperger-Autismus sowie den atypischen Autismus. Das Spektrum ist mittlerweile entsprechend sehr weit gefächert, und es werden viel mehr Verhaltensweisen zur ASS gezählt, wodurch leicht der Eindruck entstehen kann, es gäbe einen grundsätzlichen Anstieg der Erkrankung.

Menschen mit ASS zeigen Beeinträchtigungen in den Bereichen Soziale Interaktion und Kommunikation sowie eingeschränkte Interessen bzw. stereotype Verhaltensmuster. Die Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Sie können genetischer, neuropsychologischer und/oder neuroanatomischer Natur sein. Möglicherweise spielen auch bestimmte Umweltfaktoren eine Rolle. Tatsache ist, dass das Gehirn von Menschen mit ASS auf eine eigene Weise funktioniert, was eine veränderte Wahrnehmung und Wahrnehmungsverarbeitung zur Folge hat.

 Eine konkrete Diagnostizierung erfolgt ausschließlich durch Kinderärzte und Psychiater, je eher desto besser, möglich ab dem 24. Lebensmonat. Menschen mit ASS können in der „normalen“ Welt bestehen, Regelschulen besuchen und ein selbstbestimmtes Leben führen, je nach Schweregrad der Störung und frühzeitigen Möglichkeiten, daran zu arbeiten. Und ein kleines bisschen Autismus steckt in jedem von uns, und sei es nur, wenn es darum geht, beim Frühstück gern am selben Platz zu sitzen oder lieber in eine Bibliothek als auf eine Party zu      gehen.

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